The Elder Scrolls Online: Morrowind
Zurück zu den Anfängen
MMORPG bedeutet game as a service, bedeutet im Bestfall jahrelange Contentflut und hier einen Haufen OSTs zu den diversen Erweiterungen von The Elder Scrolls Online. Den Anfang machte 2017 The Elder Scrolls Online: Morrowind, das uns auf die gleichnamige und schon aus The Elder Scrolls III: Morrowind bekannte Insel der Dunkelelfen, Dunmer genannt, verschlägt. Wie schon beim Hauptspiel ist Serienkomponist Jeremy Soule nicht mit von der Partie, sondern Brad Derrick. Der erreichte leider nur selten die Qualitäten seines Kollegen, ich möchte aber auch nicht zu streng sein. Immerhin gelten die Spiele der Hauptserie als Meilensteine der Videospielgeschichte und genießen deshalb eine Menge Nostalgiebonus.
Der Score
In TESO: Morrowind hält Derrick mit der Verwandtschaft zu Jeremy Soules Arbeit nicht lange hinterm Ascheberg. Wie schon im fantastischen Nerevar RisingJeremy SouleThe Elder Scrolls III: Morrowind begrüßt uns in A Land of War and Poetry (feat. Jeremy Soule)Brad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind ein bedächtiger Trommelschlag. Statt der erwarteten Melodie, die uns eine liebliche Landschaft verheißt, schlägt der Track seinem Titel gemäß jedoch einen anderen Weg ein. Die Violine, die, begleitet von den Percussions, das Thema fast schon an sich reißt, lässt eher ein Assassin’s Creed IV: Blackflag vermuten, bevor mit wuchtigen Hörnern zum alten TESO-Naturell zurückgefunden wird. Erst gegen Ende schließt sich mit einer schnelleren und dominanteren Aufarbeitung des Themes der Kreis zu Soules Wirken. Solche Zitate und Rückbezüge sollen uns in den weiteren DLCs immer mal wieder über die Ohren laufen, naturgemäß besonders in den Erweiterungen, die uns in aus Oblivion und Co bekannte Gebieten führen.
Beim restlichen Score zu TESO: Morrowind handelt es sich indes um Eigenkreationen, die das Thema Abenteuer und Erkundung einer Fantasywelt in den Mittelgrund rücken – welch Überraschung! Dieses Gefühl erzeugt Derrick durch langgezogene Streicher, die bedächtig wie berührend wellenförmig über die Szenerie fliegen und in Magnus Smiles on SuranBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind, Vvardenfell VistaBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind, Ascadian IdyllBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind, Shadow of Baar DauBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind und Azura’s CoastBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind ein akustisches Paradies preisen. Diese Schönheit wird dagegen durch aufgeregte (Omens ProphecyBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind, Schemes of the AnticipationsBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind) oder düster bedrohliche Stücke (The House of Troubles (feat. Jeremy Soule)Brad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind, Ancestral TombBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind) infrage gestellt. Auch das zunächst kriegerische Currents of the OdaiBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind gehört da wohl zu, dessen Einstieg mich ein wenig an Warcraft III erinnert.
Abschließend noch auf Reverie of the NetchimenBrad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind eingegangen, das mystisch magisch daherkommt und bei dessen Streichermelodie ich mich irgendwie an Mash-Up ‚alter Disney-Klassiker wie Mary Poppins trifft Anno‚ denken muss. Und ganz zum Schluss Grazelands Dawn (feat. Jeremy Soule)Brad DerrickThe Elder Scrolls Online: Morrowind, das als beschwingtes Zitat von Soules The Road Most TravelledJeremy SouleThe Elder Scrolls III: Morrowind daherkommt, schnell jedoch dessen Leichtigkeit verliert und irgendwo zwischen Wehmut, Frohsinn und Aufbruchsstimmung rangiert. Insgesamt eine schöne Ergänzung/Interpretation des Dunmerreichs, das auch ohne die Bezüge zu The Elder Scrolls III: Morrowind funktioniert (hätte).

Fazit
Auch wenn Brad Derrick nicht ganz die orchestrale Magie seines legendären Vorgängers entfacht, gelingt ihm eine atmosphärisch dichte Hommage an die Heimat der Dunmer. Es bleibt ein hörenswerter Spagat zwischen respektvollem Zitat und eigenständiger Abenteuerlust, der zwar keine neuen Meilensteine setzt, aber Vvardenfells Seele gekonnt einfängt.