Chrono Trigger
Muss man mögen
Der Score
Hauptverantwortlicher für das Album – ja, es gibt offizielle Releases – ist der Japaner Yasunori Mitsuda. Unterstützung erhielt er bei seinem kompositorischen Erstlingswerk von niemand anderem als Soundtracklegende Nobuo Uematsu (Final Fantasy-Serie, Lost Odyssey), der neun der insgesamt 64 Tracks beitrug. Der Score für Chrono Trigger hat übrigens einen Wikipedia-Artikel und gilt laut einer anderen Liste als „einer der besten Videospiel-Soundtracks“.
Stimme ich dieser Einschätzung zu? Die Antwort ist: Ich würde gerne, aber ich kann nicht. Nicht, weil ich nicht will, sondern weil mir der zeitliche Kontext fehlt. Denn auch wenn ich mit vielen Punkten der Fachpresse mitgehe, zählt beispielsweise das furchtbare PaRappa the Rapper ebenso zu der Liste … was ich (abseits des thematischen Aspekts) absolut nicht nachvollziehen kann.

Aber darum soll es jetzt nicht gehen, sondern um meine Bewertung dieses mittlerweile 30 Jahre alten Scores. In dieser Review beziehe ich mich ausschließlich auf den ersten der vier offiziellen Releases, genannt Chrono Trigger: Original Sound Version. Neben dem gibt es nämlich noch
- ein Acid-Jazz Album namens Chrono Trigger Arranged Version: The Brink of Time (1995) mit zehn Tracks,
- das Best-of Album Chrono Trigger Original Soundtrack (1999) mit 21 Stücken
- sowie den gleichnamigen Re-Release von 2009 mit 78 Liedern.
Schaut gerne in den oben benannten Wikipedia-Artikel für mehr Infos.
So viel zum Hintergrund, nun zur eigentlichen Review. Hier sei als Erstes die Qualität des Scores genannt. Die Chiptunes der Original Sound Version klingen durch die Bank gut und es scheint, als hätten Mitsuda und Uematsu das Beste aus dem SPC700-Chip des SNES herausgeholt. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich den Lobliedern mit Blick auf den damaligen Genrestandard definitiv zustimmen.
Inhaltlich bewegt sich das Gedudel aus den Neunzigern ebenso auf hohem Niveau, auch wenn mir hier die Spitzen eines Final Fantasys fehlen. Stücke wie Wind SceneYasunori MitsudaChrono Trigger und The Brink of TimeYasunori MitsudaChrono Trigger sind mit ihrer Mischung aus Streichern und Piano angenehm zu hören, das positive Delightful SpekkioYasunori MitsudaChrono Trigger macht mit seinem Disney-Charme indes einfach Spaß. Kampftracks wie Boss Battle 2Yasunori MitsudaChrono Trigger, Decisive Battle with MagusYasunori MitsudaChrono Trigger oder Last BattleYasunori MitsudaChrono Trigger sind dramatisch, Corridors of TimeYasunori MitsudaChrono Trigger oder Festival of StarsYasunori MitsudaChrono Trigger nettes Gedudel.

Die Komponisten zeigen sich hier und da ebenfalls von der experimentierfreudigen Seite: Undersea PalaceYasunori MitsudaChrono Trigger wirkt Sci-Fi-artig und aus einem Arcade-Shooter entliehen, Chrono and Marle / Far Off PromiseYasunori MitsudaChrono Trigger und Epilogue (To Good Friends)Yasunori MitsudaChrono Trigger werden durch den Musikbox-Charme zum zuckersüßen Kindermärchen. Tyran CastleNobuo UematsuChrono Trigger bricht derweil komplett mit der Erwartung und feuert rockige E-Gitarren-Action ab. Zudem wird ein Leitmotiv verwendet, das immer mal wieder durchblitzt!
Das Bild einer guten Gesamtleistung zieht sich auch über den restlichen Score, es gibt aber nur Stück, das nach oben heraussticht: Frog’s ThemeYasunori MitsudaChrono Trigger. Klassisches Heldenepos mit dramatischen Fanfaren, gefolgt von einer Melodie, die, begleiteten von den steten Trommeln, uns in die Schlacht führt. Ein Song im klassischen Final Fantasy-Gewand, simpel, bewegend, gekonnt – und nicht von Uematsu wohl gemerkt.