Anno 1701: Der Fluch des Drachen
Verflucht gut
Der Name lässt es schon vermuten: Im Addon Der Fluch des Drachen geht’s ins Fernöstliche. Die elf Missionen umfassende Kampagne wird bis heute von Games-Journalist*innen als besonders gelungen gefeiert – was diese Erweiterung zu einem echten Unikat des Anno-Kosmos macht. Da mir das Hauptspiel damals zu bunt war und mein PC die Grafikanforderungen nicht gepackt hätte, kann ich nicht viel mehr Gehaltvolles von mir geben als das, was im Fan-Wiki steht:
[Der Fluch des Drachen bietet] vier neue Computergegner, die auch in der Kampagne auftauchen, die neuen Zierobjekte Rosenhecke, Voliere und Vogelbad, die Katastrophe Meteoriteneinschlag (fälschlich ‚Meteor‘ genannt), neue Aufträge des freien Händlers sowie ein[en] Welteditor, mit dem eigene Karten erstellt werden können.
Der Score
Musikalisch wird die Asia-Thematik erwartungsgemäß aufgegriffen und Dynamedion-typisch hochwertig in Szene gesetzt … wenn auch nicht sonderlich aufregend. Dies wird besonders im Titelsong Eye of the DragonTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen deutlich. Hier kündet in der Einleitung Bläser vom Aufbruch, bevor Streicher eine getragene Melodie aufspielen. Das klingt toll und lässt auf Großes hoffen, eine kulturelle Einordnung findet darin aber nicht statt. Der Track könnte stattdessen so auch im Hauptspiel auftauchen, Erwartungen an Fernost werden nicht erfüllt.
Tatsächlich gibt es nur wenige Lieder, die tief in die Asienthematik eintauchen und die Spielwelt beispielsweise durch Panflöten (The Simple LifeTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen, Eastern KingdomTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen) oder mythische Atmosphären (Ancient CityTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen) inszenieren. Das muss kein Minuspunkt sein, schließlich ist das Bedienen von Stereotypen und bekannten Tropen kein Garant für Qualität. Es fällt nur auf, dass bei einem Spiel, das sich so deutlich und serienuntypisch in ein Setting bewegt, dieses akustisch kaum in den Vordergrund gestellt wird.
Jenseits solcher Kritik hören wir über große Teile typische Anno-Kost (Call to PortsTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen, For His GloryTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen, For His Glory IITilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen, Greedy TimesTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen und Crimson SkiesTilman Sillescu, Pierre LangerAnno 1701: Der Fluch des Drachen), die Spaß macht, so oder so ähnlich aber auch in anderen, von Dynamedion orchestrierten Spielen wie Die Gilde 2, Runes of Magic oder SpellForce 2 auftauchen könnte. Fans wie mir gefällt das.

Fazit
Unterm Strich bleibt ein gewohnt hochglanzpoliertes Stück Dynamedion-Handwerk, das zwar die versprochene Asia-Exotik etwas stiefmütterlich behandelt, dafür aber jeden Serien-Fan mit seiner klassischen Wohlfühl-Aura verlässlich in den Gehörgängen abholt.