Wer hat Lust auf eine kleine Reise in die Vergangenheit? Um genauer zu sein, ins ferne Jahr 1992 – mein Geburtsjahr. Im Juni und damit einen Monat bevor ich das Licht der Welt erblicken sollte, veröffentlichte LucasArts damals eines ihrer letzten großen Point-and-Click-Adventures: Indiana Jones and the Fate of Atlantis. Mit der bekannten Indie-Marke im Rücken und einiges an Genreerfahrung durch Klassiker wie den ersten beiden Monkey Island-Teilen, stand dem Erfolg eigentlich nichts im Wege.
Und so überrascht es auch nicht, dass das Spiel so gut wurde, dass Fate of Atlantis bis heute in einem Atemzug mit weiteren Größen wie Day of the Tentacle oder der zuvor erwähnten Geschichte um Guybrush Threepwood genannt wird. Was dagegen verwundert, ist die Tatsache, dass dieses Konzept nicht weiter fortgeführt wurde. Geschichten mit dem bekanntesten Archäologen der Welt, die nicht bloß die Storys der Leinwand erzählen, sondern davon losgelöste Kapitel – das klingt doch eigentlich nach einem perfect Match?
Vermutlich lässt es sich auf den Zeitgeist zurückführen. Point-and-Clicks, die perfekt mit den rudimentären Eingabemethoden und der damals noch arg beschränkten Rechenpower harmonierten, wurden von Action-Adventures abgelöst. 3-D statt Sidescroll, Reaktion statt Rätseln. Gleichzeitig stand vier Jahre später mit Lara Croft ein weibliches Pendant im Raum, dessen Abenteuer weniger Hirnschmalz und dafür mehr Fingerfertigkeiten verlangten. Schade eigentlich, dass mit der Renaissance alter Spielkonzepte bisher nicht auch ein neues Indie-Spiel an den Start gegangen ist. Aber hier werden sich Manager und Rechteinhaber wohl etwas bei gedacht haben.
Mir kann’s egal sein, immerhin habe ich Indies Videospielabstecher nie gezockt und wäre vermutlich auch zu blöd dafür gewesen. Schließlich besitze ich eine ungesunde Mischung aus Ungeduld, Ego und niedriger Frusttoleranz. Rätsel in Spielen? Ja, aber nur wenn sie nicht zu sehr fordern. Stattdessen möchte ich fördern! Und zwar nicht nur das Verständnis von der musikalischen Kunst in Videospielen, sondern auch ein paar Highlights … und zwar zutage. Werde ich im OST zu Fate ofAtlantis auf Gold stoßen? Let’s find out.
Mit den Opening Titles wird uns direkt John Williams fantastisches Theme in der Qualität des Yamaha YM3218-Soundchips entgegengetrötet. Zum Glück – oder aufgrund der Tatsache, dass eine Filmvorlage fehlt – wurden die Komponisten Clint Bajakian, Michael Land und Peter McConnell indes selbst kreativ und ergänzten das bekannte Thema mit Videospiel/LucasArtsiger Comedy, ohne zu quatschig zu werden. Das Ganze baumelt wie ein verlorener Archäologe über einer Schlangengrube und pendelt zwischen ernsthafter Abenteuergeschichte und Point-and-Click-Humor. Das bekannte ‚Da Dada Daaa‘ findet sich auch später als Zitat in Tracks wie Map, The Azores / Mr Costa und Farewell Dr. Jones wieder, wird jedoch nie überreizt. Gut so.
Der Stil des Scores zeigt derweil mit seinen scheppernden Fanfaren Parallelen zu den späteren LucasArts-Titeln wie Star Wars: Dark Forces oder TIE Fighter auf, was vermutlich daran liegt, dass beim Film Williams und bei den Spielen Teile des Komponisten-Teams wieder am Werke waren. Anders als beim Krieg der Sterne bleibt der OST von Fate of Atlantis über weite Strecken deutlich bodenständiger, ohne dabei zu langweilen. Titel wie Tikal / Meeting Sternhart oder Crete wirken ironischerweise wie aus dem Hauptmenü von Tomb Raider entliehen, während Monte Carlo / Monsieur Trottier und Arnold the Singing Nazi ins Humoristische abdriften.
Auch das Erfüllen musikalischer Tropen wird mit Crossing the Desert (orientalisch) oder Darkness at the Entrance of Atlantis (Grusel) abgefrühstückt. Und mit Room of the God Machine hat sich sogar noch ein wenig Dies Irae eingeschlichen – me gusta! Insgesamt finde ich im OST wenig Kritisierbares, die Bit-Mucke ist für damalige (und teils auch noch heutige) Verhältnisse solide, ohne nennenswerte Akzente zu setzen. Wie eine schöne Geschichte, die man schon kurz nach dem Hören wieder vergessen hat … oder dieser Artikel.
Original Soundtrack (OST)
Indiana Jones and the Fate of Atlantis
42 Tracks
01
Opening Titles
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 04:23
02
Kerner Steals the Statue
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 02:59
03
Map
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 00:26
04
New York / Biff the Doorman
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:01
05
Sophia's Atlantis Presentation
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:23
06
Sophia's Office Is Ransacked / The Appearance of Nur-Ab-Sal
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 06:25
07
Iceland
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:54
08
Tikal / Meeting Sternhart
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 05:27
09
Tikal Temple
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 02:34
10
Sternhart Steals the Worldstone
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 01:33
11
The Azores / Mr Costa
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:35
12
A Research Lab Somewhere in Germany
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:10
13
Caswell Hall
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 03:36
14
The Lost Dialogue of Plato
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 03:17
15
Monte Carlo / Monsieur Trottier
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 04:03
16
Monte Carlo Hotel Room
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:15
17
The Seance
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 03:27
18
Monte Carlo Car Chase
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:11
19
Crossing the Desert
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:08
20
Outside the Dig
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 02:42
21
Crete
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:55
22
The Ruins of Knossos
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:20
23
The Ancient Elevator
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 00:50
24
Knossos Labyrinth
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:23
25
Arnold the Singing Nazi
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:13
26
Fighting Theme
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:11
27
Farewell Dr. Jones
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 03:16
28
Map Room
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 00:59
29
The Transit
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 01:26
30
The Nazi Submarine
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:51
31
Diving for Atlantis
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 03:06
32
Darkness at the Entrance of Atlantis
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 04:37
33
Outer Ring of Atlantis 1
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:31
34
Outer Ring of Atlantis 2
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 01:43
35
Outer Ring of Atlantis 3
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:55
36
Atlantean Robot Stampede
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:06
37
Indy and Sophia's Kiss
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:03
38
Crab Central
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★ 03:25
39
The Crab-like Raft
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 02:54
40
The Lavamaze
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 01:26
41
Room of the God Machine
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★★ 02:15
42
The God Machine / Finale
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 11:54
01
Opening Titles
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 04:23
02
Kerner Steals the Statue
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 02:59
03
Map
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★★ 00:26
04
New York / Biff the Doorman
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:01
05
Sophia's Atlantis Presentation
Clint Bajakian, Michael Land, Peter McConnell
★★★ 02:23
06
Sophia's Office Is Ransacked / The Appearance of Nur-Ab-Sal