Death Stranding

Cover

Death Stranding

Komponist*innen: Ludvig Forssell, Various Artists

3,5 / 5
12. Oktober 2022

Still-Strand

Für manche stellt es einen Geniestreich dar, der mit Spielekonventionen bricht; eine Reduktion auf die Profanität, in der die Welt im Fokus steht und wie ihn nur Gottdesigner Kojima erdenken könnte. Für die anderen ist es ein Postboten-Simulator, in dem Pakete in einer verlassenen Einöde von A nach B transportiert werden müssen. So zumindest würde ich die allgemeine Debatte über Death Stranding als Außenstehender zusammenfassen, der sich mangels Einsicht weder auf die eine, noch die andere Seite schlagen möchte.

Der Score

Spiel also nicht gespielt, kommen wir zum Soundtrack. Wie sich das für ein Artsy-Fartsy-Intellektuellenspiel gehört, gibt es den direkt in verschiedenen Versionen, von denen ich hier zwei vorstellen möchte: Da sich Death Stranding [Songs from the Video Game] schnell als eine durchaus hörenswerte Sammlung an Stücken der isländischen Band Low Roar und des japanischen Electro-Duos Silent Poets herausstellt, die mit ihren Synthpop-Beats irgendwo zwischen schön und schnarch rangieren, möchte ich lieber auf den eigentlichen OST eingehen. Schließlich sind gerade Scores, die eher als Band- und weniger als Videospiel-Album bezeichnet werden können, weniger spannend weil konventionell.

Darum also schnell zum Original-Soundtrack-Album von Ludvig Forssell. Um das vollständig wertschätzen zu können, muss man vermutlich auch im musikalischen Sinne Fan der Prämisse des Spieles sein: Desolation, Einsamkeit, Reduktion, Freiheit – um ein paar Buzzwords in den Raum zu werfen. Die Komposition ist sehr stringent und bietet eine interessante Mischung aus düster beklemmenden Synthie-Vibes Marke Stranger Things (Soulless Meat PuppetLudvig Forssell3, HeartmanLudvig Forssell3) und optimistischer Space-Opera à la Mass Effect (Once, There Was an ExplosionLudvig Forssell3, The Face of Our New HopeLudvig Forssell4).

Die Instrumentenfront reicht von Einzelakteuren wie den zuvor benannten Synthieklängen oder Streichern (A Final WaltzLudvig Forssell4) über gemeinsamen Darstellern Klavier + Vocals (Alone We Have No FutureLudvig Forssell3) bis hin zur Battlefield-meets-Dark Souls-esquen Orchesterdröhnung (Decentralized by NatureLudvig Forssell4, Porter SyndromeLudvig Forssell3, MulesLudvig Forssell3). Das klingt schön, ist mir aber ehrlicherweise etwas zu langweilig. Vermutlich braucht man das Islandpanorama beim Hören, um das Zusammenspiel aus Audio und Bild zu genießen. So erhält es von mir eine Durchschnittswertung, die aber wie so häufig Geschmackssache ist. Manchen Leuten gefallen ja auch norwegische Eunuchenchöre, andere hören Deutschrap.

01
Once, There Was an Explosion
Ludvig Forssell
3 03:07
02
Alone We Have No Future
Ludvig Forssell
3 03:45
03
Bridges
Ludvig Forssell
3 03:28
04
Soulless Meat Puppet
Ludvig Forssell
3 01:37
05
Beached Things
Ludvig Forssell
3 03:26
06
Chiral Carcass Culling
Ludvig Forssell
4 02:23
07
The Face of Our New Hope
Ludvig Forssell
4 03:25
08
John
Ludvig Forssell
3 02:50
09
An Endless Beach
Ludvig Forssell
3 05:14
10
Heartman
Ludvig Forssell
3 02:07
11
The Severed Bond
Ludvig Forssell
3 04:04
12
Claws of the Dead
Ludvig Forssell
3 05:14
13
Fragile
Ludvig Forssell
2 03:34
14
Stick vs Rope
Ludvig Forssell
3 04:02
15
A Final Waltz
Ludvig Forssell
4 05:25
16
Strands
Ludvig Forssell
3 08:41
17
Lou
Ludvig Forssell
2 03:08
18
BB's Theme (from Death Stranding)
Ludvig Forssell, Jenny Plant
4 05:16
19
Flower of Fingers
Ludvig Forssell
4 05:56
20
Cargo High
Joel Corelitz
4 02:52
21
Demens
Joel Corelitz
3 03:22
22
Decentralized by Nature
Ludvig Forssell
4 02:06
23
Mules
Ludvig Forssell
3 02:05
24
Porter Syndrome
Ludvig Forssell
3 01:21
25
Chiralium
Ludvig Forssell
2 04:09
26
Spatial Awareness
Ludvig Forssell
3 03:30
27
Stepping Stones
Ludvig Forssell
2 03:15
28
Frozen Space
Ludvig Forssell
2 03:47
29
The Timefall
Ludvig Forssell
2 02:51

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