Colin McRae Rally 04
Colin McRae Rally 04
Routine und Variation
Mit Colin McRae Rally 04 erreicht die Reihe musikalisch ihren zweitproduktivsten Punkt – zumindest, wenn man den Umfang als Maßstab nimmt. Gleich zwölf Tracks aus diesem Teil finden sich in Jonathan Collings später veröffentlichter Compilation wieder.
Die Musik bleibt dem etablierten elektronischen Fundament treu, wirkt jedoch strukturierter und klarer auf einzelne Spielsituationen zugeschnitten. Champion-Jingles, Intro-Stücke, Menü- und Ergebnisbildschirmmusik – CMR 04 denkt seinen Soundtrack erstmals deutlich modular. Vieles ist kurz, prägnant und funktional, manches kaum länger als ein akustischer Marker. Besonders die Champion Jingles fühlen sich weniger wie Musikstücke und mehr wie bestätigende Signale an: „Du hast etwas erreicht, weiter geht’s“.
Dazwischen finden sich jedoch auch längere, ausgearbeitete Tracks wie die Intro Music [Extended Version], die zeigen, dass Colling weiterhin Spaß an Variation und Ausformulierung hat. Hier klingt die Musik souverän, routiniert und frei von Experimentierdrang. Nichts reibt, nichts stört, nichts will herausragen. Stattdessen fügt sich alles sauber in den Ablauf ein – genau so, wie man es von einem etablierten Serienableger erwarten würde.
Für mich persönlich liegt darin erneut die Krux. Die Musik funktioniert, ohne Frage. Sie ist professionell produziert, stimmig arrangiert und erfüllt ihren Zweck makellos. Gleichzeitig bleibt sie emotional erstaunlich neutral. Selbst die besseren Stücke erzeugen bei mir kein Bedürfnis, länger zu verweilen oder sie außerhalb des Spiels erneut aufzulegen.
Dass viele der hier verwendeten Motive später erneut auftauchen oder leicht variiert wiederverwertet werden, überrascht kaum. Colin McRae Rally 04 markiert den Punkt, an dem die Reihe musikalisch vollständig bei sich angekommen ist – und damit auch beginnt, sich selbst zu zitieren. Für Fans vermutlich ein beruhigendes Gefühl von Kontinuität. Für mich ein weiteres Zeichen dafür, dass Rallye und ich uns zwar respektieren, aber nie wirklich annähern werden.





