Dragon Age: Origins – Leliana’s Song
Das Kind im Bardewasser
14 Jahre ist es mittlerweile her, dass uns BioWare mit Dragon Age eine düstere, ernste und vor allem blutige Fantasywelt vorsetzte, die bei mir erst im zweiten Anlauf Klick machte. Bis heute denke ich an das Spiel mit seiner wendungsreichen und wunderbar erzählten Story zurück, die mir Grafikliebhaber komplexe Storylines im Stil der Rollenspielklassiker wie Baldur’s Gate oder Fallout in wunderschönem 3D präsentierte.
Ein wichtiger Bestandteil der fesselnden Erzählung waren die Charaktere, an die ich mich zum Großteil noch gut erinnern kann: der junge und humorvolle Alistair, die zynische und trotzdem liebenswerte Hexe Morrigan (im Englischen meisterlich vertont von Claudia Black), der Qunari-Krieger Sten, Zwerg Oghren, Magierin Wynne, Elfenassassine Zevran, Golem Shale (aus dem DLC The Stone Prisoner) und natürlich unser Hund „Dog“.
Unter ihnen ist auch die rothaarige Leliana, die sich zunächst als Klerikerin ausgibt. Wie sich schnell herausstellt, ist sie aber auch sehr bewandert in der Kunst der versteckten Klinge – ach, und Singen kann sie auch. Der DLC Leliana’s Song dreht sich dabei um ihre Vergangenheit. Die eigentliche Handlung der knapp zwei bis drei Stunden langen Erweiterung wurde mittlerweile leider komplett von meiner geistigen Festplatte gelöscht. Aber gut, das interessiert heute vermutlich niemanden mehr.
Der Score
Wer schon mal in einem High-Fantasy-Kosmos unterwegs war, wird vom Inhalt des acht Tracks langen Scores nicht überrascht sein, schließlich geht es um eine Bardin. Denn die findet man für gewöhnlich wo? Klar: in der Taverne. Folglich ist die Musik im Gegensatz zum Hauptspiel „städtischer“ angelegt und kommt größtenteils ohne dessen Schwermütigkeit aus. Das Theme Dragon Age: Origins – Leliana’s SongInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song kennen wir mit seinem Harfenspiel und Gesang (schon falsch) geschrieben als Lelianna’s SongInon ZurDragon Age: Origins aus dem Hauptspiel.
Davon abseits greifen die restlichen Stücke konsequent auf die Gitarre als dominantes Instrument zurück. Day in a LifeInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song, Evening and NightInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song und Leliana’s DanceInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song könnten so auch aus Skyrim oder anderen Genrevertretern stammen; in SorrowInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song werden die traurigeren Töne angeschlagen. In the DungeonInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song ist dramatisch, während Market PlaceInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song und Street FightInon ZurDragon Age: Origins – Leliana’s Song uns zurück ans Tageslicht bringen. Ein netter Bonus, wenn man nach stimmungsvoller Hintergrundmusik für die nächste Pen-&-Paper-Runde sucht.
Fazit
Am Ende bleibt ein Score, der zwar keine Innovationspreise gewinnt, aber das Rollenspiel-Ambiente mit handwerklicher Präzision einfängt. Während die Details der Handlung längst im mentalen Papierkorb gelandet sind, funktionieren die Gitarrenklänge als atmosphärischer Ankerpunkt für die Welt von Thedas. Es ist die ideale akustische Tapete für alle, die das düstere Pathos des Hauptspiels kurzzeitig gegen die unbeschwertere Stimmung einer Fantasy-Schenke eintauschen wollen.
Wer also ein wenig in BioWare-Nostalgie schwelgen möchte, macht hier absolut nichts falsch – auch wenn der ganz große emotionale Punch dieses Mal ausbleibt. Ein grundsolides Stück Begleitmusik, das man gerne mitnimmt, ohne dass es einen nachhaltig aus den Socken haut.
- Auch enthalten als „Lelianna's Song“ in Dragon Age: Origins