Far Cry Instincts
In-stinkt
Der Score
Viel erzählt, wenig gesagt: So weit sind wir also auf Kurs. Machen wir mal weiter mit dem Soundtrack. Die Musik stammt vom Österreicher Paul Haslinger, der primär im Filmgeschäft verortet ist. Im Videospielbereich komponiert er dagegen vorrangig für Militär-Shootern und dürfte den meisten mit seiner Arbeit für Rainbow Six Siege (2015) bekannt sein. Ich habe ihn dagegen schon 2008 mit seinem äußerst hörenswerten Score für Tom Clancy’s Rainbow Six: Vegas 2 schätzen gelernt.
Für Far Cry Instinct sowie der 2006 erschienene Fortsetzung Evolution (Xbox) sowie dessen zeitgleich veröffentlichter Xbox-360-Version (Predator) geht Haslinger den Weg des Generischen. Jede*r, der/die schon mal einen Modern-Military-Shooter gespielt hat, wird hier bekannte Töne wiedererkennen: schnelles Tabla-Getrommel, schrille E-Gitarren – dramatisches Adrenalingepushe eben. Somit unterscheidet sich die Adaption schon deutlich von Tom Bärtschis Musik für die PC-Vorlage, die einen wilden Genre-Mix darstellte und für mich nicht so recht zum Setting passen wollte.
Bei Instinct pendelt der Tropen-Zeiger hingegen eher in Richtung Call of Duty statt Battlefield, alleine weil das Insel-Setting mehr Dschungel statt Grandeur verlangt. Denn um den Mann-kämpft-alleine-im-Dschungel-Ansprüchen des Spiels gerecht zu werden, gibt es hin und wieder Vocals (Far Cry Instincts [Gamerip] 01Paul HaslingerFar Cry Instincts [Gamerip], Far Cry Instincts [Gamerip] 03Paul HaslingerFar Cry Instincts [Gamerip]), die dem Score eine leichte Natives-Amerika-Note verleihen. Da das bei vielen Komponisten jedoch nicht so klar vom Nahen Osten zu unterscheiden ist, wirkt beispielsweise der 4. Track mit seinem dramatischen Aufbau und der E-Gitarre wie actiongeladene Auschnitte aus dem ersten Assassin’s Creed. Nice!

Fazit
Dadurch, dass es sich bei den 30 Tracks um einen Gamerip handelt, steht das Album natürlich für die komplett rohe Erfahrung der Musik des Spiels. Damit meine ich, dass wir keine abgestimmte Mischung bekommen, sondern genau das, was wir im Game auch hören. Viele der Stücke sind zwecks Loopbarkeit auf einem gleichbleibenden Niveau, was zwar Spaß machen mag, allerdings auch zu Gleichförmigkeit führt. Zudem wiederholen sich Samples teilweise deutlich, was nerven kann. Dadurch sticht für mich leider keines der Lieder hervor, obgleich mich die generelle Qualität schon überzeugen konnte. Schlussendlich bleibt dieses Album jedoch etwas für Adrenalinjunkies, die keinen großen Wert auf erinnerungswürdige Melodien legen.