Top 10 Call of Duty Scores

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Top 10 Call of Duty Scores

Die Call of Duty-Serie landet weit oben, wenn ich an langlebige Franchises denke. Obwohl die 22 Spiele seit 2003 im Vergleich zu Reihen wie Resident Evil oder Mario gering erscheinen, hat die hohe Frequenz der Releases ihren Preis. Die Qualität der CoDs unterliegt aufgrund der unterschiedlichen Produktionsstudios ständigen Schwankungen. Das im November 2025 erschienene Call of Duty: Black Ops 7 dürfte mit seinem Metascore von 65 (User Score 1,6) als Tiefpunkt ein Weckruf für Publisher Activision Blizzard sein, die Frequenz etwas herunterzuschrauben und den Teams wieder mehr Entwicklungszeit einzuräumen – zumindest bleibt das zu hoffen.

Was jedoch durchweg auf hohem Niveau blieb, ist die Begleitmusik. Begonnen als Weltkriegsdrama, ahmten die Soundtracks der Spiele spätestens ab dem vierten Teil (Call of Duty 4: Modern Warfare) den Bombast des Kinospektakels nach, was in den späteren Ablegern durch Zukunftseinflüsse zu übertreffen versucht wurde. Aus diesem Grund kann ich hier direkt einen Disclaimer geben: Wer sanfte Töne erwartet oder auch nur Nuancen eines Battlefields, wird mit dieser Liste nicht glücklich. Call of Duty ist primär eins: Action. Oder aber das sind die Teile der Scores, die mir am ehesten zusagen.

Wie gewohnt habe ich für diese Top-Liste in meine persönliche Wertungsbibliothek geschaut und die Spiele gemäß der Anzahl an Highlight-Tracks sortiert. Das war dieses Mal gar nicht so einfach, da viele der Alben die gleiche Anzahl an Bangern hatten. Dort habe ich dann nach eigenem Gusto sortiert. Da ich die meisten der Scores nur ein paar Mal gehört und – mit Ausnahme des Serienauftakts – noch keine Review darüber verfasst habe, handelt es sich natürlich nur um oberflächige Eindrücke. Da für ein erneutes Durchören der exakt 900 Tracks mein Gehör für 44 Stunden beansprucht würden, begnügen wir uns mit meinen Erst-, Zweit- oder Wieviel-Auch-Immer-Eindrücken, die sich als 5er-Kandidaten durchgesetzt haben. C’est la vie.

Inhalt:

Platz 10–7

10
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Call of Duty: Modern Warfare 2

Atli Örvarsson, Dave Metzger, Hans Zimmer, Jacob Shea, Lorne Balfe, Mark Mancina, Nick Phoenix, Noah Sorota, Ryeland Allison, Thomas Bergersen

Wenn Hans Zimmer, also Mr. Hollywood höchstpersönlich, den Soundtrack zu einem Spiel beisteuert, erwartet man ihn fast schon auf einer Topliste. Dass hier ein bisschen Marketing-Augenwischerei betrieben wurde, sollte man jedoch berücksichtigen. Denn auch wenn das Thema von Zimmer stammt, wurde der Großteil des Scores von Lorne Balfe komponiert. Dass das nicht schlimm ist, beweist er mit den Stücken Ranger’s Lead the Way und Exodus auf der Complete Edition des Spiels. Das eine traurig und getragen zeigt uns die Melancholie, die wir aus einer getragenen Space-Opera wie Edge of Chaos kennen. Bei Exodus trifft dagegen Fluch der Karibik auf Assassin’s Creed IV: Black Flag, was einerseits thematisch naheliegt, wohl aber Balfes Hintergrund als Komponist von AC3 geschuldet sein dürfte.

HIGHLIGHTS (2):
  • Ranger's Lead the Way
  • Exodus
9
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Call of Duty

Michael Giacchino

Das erste Call of Duty hat nicht nur aufgrund meines Respekts für Starkomponist Michael Giacchino einen Stein bei mir im Brett, sondern auch, weil dieser im Serienauftakt den sprichwörtlichen Ton der Reihe setzen musste. Das gelingt ihm hervorragend, wodurch das Drama die nötige Gravitas erhält, die ein so ernstes Thema wie der 2. Weltkrieg benötigt. Als Fan klassischer Komposition ist Ebenezer (Red Square) als orchestrale Version der bekannten, gleichnamigen Melodie natürlich ein Highlight, doch auch das an Band of Brothers erinnernde Pegasus Bridge ist ein Lauscher wert. Mit insgesamt 13 Tracks ist es derweil schwer, eine kritische Menge an Highlights zu erreichen, wodurch es nur für Platz 9 reicht.

HIGHLIGHTS (2):
  • Ebenezer (Red Square)
  • Pegasus Bridge
8
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Call of Duty 4: Modern Warfare

Harry Gregson-Williams, Stephen Barton

Mit dieser Platzierung kommen wir dem normalen Aufbau einer Topliste am nächsten. Für gewöhnlich würde man sich ja hinstellen und sagen: „Diesen Score mag ich mehr, diesen weniger, zack Liste.“ Mit meiner quantitativen „Wer hat die meisten Tracks mit einem 5er-Rating?“ funktioniert das natürlich nicht. Umso besser, dass wir nun ganze sechs Alben mit jeweils 3 Toptracks haben. Ich kann also frei sortieren. Deshalb landet Call of Duty 4: Modern Warfare auf Platz 8. Dessen Thema stellt den konkreten Bruch der Reihe mit den ersten drei Spielen dar: Weg vom 2. Weltkrieg, rein ins Modern-Military-Setting. Deshalb klingt die Musik von Stephen Barton und Harry Gregson-Williams ein wenig wie ein Ausschnitt aus einem modernen Bond-Streifen (Blackout) oder der Black Hawk Down-Riege (Outlaw Two-Five). Ich find’s super!

HIGHLIGHTS (3):
  • Call of Duty 4: Modern Warfare
  • Blackout
  • Outlaw Two-Five
7
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Call of Duty: Black Ops 6

Jack Wall

Gut gemachte Action macht Spaß. Da ist es auch egal, dass wir das schon so oder anders aus diversen Kinofilmen oder Spielen kennen. Die drei Tracks, die mir bei Call of Duty: Black Ops 6 gefallen, sind die, in denen das Orchester auf Anweisung von Komponist Jack Wall und Konsorten die Apokalypse beschwören. Bestes Beispiel dafür ist The Final Stand, dessen Streicher und Percussion stereotype wie epische Bilder auf unsere Retina projizieren.

HIGHLIGHTS (3):
  • Hunting Alawi
  • Fucina
  • The Final Stand

Platz 6–4

6
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Call of Duty: Black Ops 7

Jack Wall

Ja, Black Ops 7 gilt Stand heute als der schlechteste Ableger der Reihe. Doch wie wir schon das ein ums andere Mal voller Freude feststellen durften, bedeutet schlechtes Spiel nicht zwangsläufig auch schlechter Score. Von dem gefallen mir drei Stücke besonders gut, die uns erneut Jack Wall in Kombination mit anderen Komponist*innen liefert: das klassisch Hollywoodeske Theme Black Ops 7, das tribalhafte Roji und das God of War-artige Raising Hell. Der Score gewinnt damit zwar keinen Innovationspreis, weiß aber einen Ticken besser zu unterhalten als der Vorgänger – jedenfalls mich.

HIGHLIGHTS (3):
  • Black Ops 7
  • Roji
  • Raising Hell
5
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Call of Duty 2

Graeme Revell

Call of Duty 2 ist eines der wenigen CoDs, die ich selbst gespielt habe, weshalb hier natürlich etwas Nostalgie mitschwingt. Doch es braucht keine rosarote Brille, um die stilsichere Fortsetzung von Giacchinos Arbeit durch Graeme Revell zu loben. Nach den ganzen neumodischen Iterationen ist es erfrischend, den Pathos der Geigen und Trommeln in Reinforcements to the Pointe zu hören. So beklagenswert wie jeder Krieg sein mag, lieferte uns dieses traurige Kapitel der Menschheitsgeschichte wenigstens ein paar der berührendsten Melodien: Von Der Soldat James Ryan über Band of Brothers bis hierher, Call of Duty 2.

HIGHLIGHTS (3):
  • To Victory!
  • Reinforcements to the Pointe
  • P-51 Mustangs
4
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Call of Duty: Modern Warfare 3

Brian Tyler

Bei Modern Warfare 3 von 2011 durfte Marvel-Meister Brian Tyler sein Glück versuchen und verschaffte dem Score einen Stil, der im Kleinen an Crysis 2, im Großen primär an seine Arbeit für Filme wie Iron Man 3, Thor: The Dark Kingdom oder Avengers: Age of Ultron erinnert. Die cinephoben Indiefilm-Fans dürfen jetzt gerne „Massenmarkt“ und „austauschbar“ rufen, mich kümmert‘s nicht. Wenn ich ansonsten auf solche Stücke wie Heroes, London Attack oder End Credits verzichten müsste, darf man mich gerne als Cretin bezeichnen.

HIGHLIGHTS (3):
  • Heroes
  • London Attack
  • End Credits

Top 3

3
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Call of Duty: Vanguard

Bear McCreary

Vanguard, zu Deutsch „Vorhut“, verschob das Geschehen 2021 ausnahmsweise mal wieder in den 2. Weltkrieg, was einerseits ein Back to the Roots bedeutete, andererseits aber auch die Reihe um eine ganz andere musikalische Facette bereicherte. Statt der bekannten Weltkriegs-Tragik der Teile 1-3, komponiert Bear McCreary etwas, das mit Tracks wie The Whole World Is Burning mehr nach Thriller als heroischem Ansturm klingt. The Gun Battery ist da schon etwas konventioneller, wenn auch weniger nachgiebig als andere Tracks aus dieser Topliste. Die Musik wirkt erschlagend, bis zur Spitze übertrieben, und lässt in Project Phoenix eine gewisse Ähnlichkeit zum Score von Mortal Engines von Junkie XL, aka Tom Holkenborg, erkennen. „Austauschbar!“ Ja, ich höre und ignoriere euch.

HIGHLIGHTS (3):
  • The Whole World Is Burning
  • The Gun Battery
  • Project Phoenix
2
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Call of Duty: World at War

Sean Murray

Mit World at War bleiben wir im Setting des 2. Weltkriegs, wechseln aber den Schauplatz. Statt französischen Gassen und holländischen Grachten verlagerte Tryarch das Geschehen in den Pazifik und an die Ostfront. Das macht sich direkt im Score von Sean Murray bemerkbar: Russian Theme und Final Push treiben uns mit ihren Männerchören, keinen Widerspruch duldend, auf das Schlachtfeld. Dieser Trope ist weitbekannt und oft kopiert, doch Murray setzt ihn so wunderbar in Szene, dass das erstgenannte Stück sogar in meine Top 100 der besten Tracks gelangt ist.

Kontrastprogramm dazu ist das monarchische  Stalin Push, das beinahe langweilig wirkt, jedoch den Kontrast zwischen adrenalingeladenem Ansturm und stoischer Pflichterfüllung hervorragend illustriert. Ein bisschen moderne CoD-DNS fließt bei Zero Alt und Hell Gate durch den stetigen Beat ein, was das Weltkriegsgeschehen in einem ganz anderen Licht und mehr nach Vanguard klingen lässt. Ein absolut würdiger 2. Platz, auch wenn hier erneut die Nostalgie ihre Wirkung gezeigt haben dürfte.

HIGHLIGHTS (5):
  • Russian Theme
  • Stalin Push
  • Final Push
  • Zeros Alt
  • Hell Gate
1
SAMMLUNG
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Call of Duty: Modern Warfare III

ENTHALTEN: Call of Duty: Modern Warfare III, Call of Duty: Modern Warfare III – Season 4, Call of Duty: Modern Warfare III – Season 6
Walter Mair

2023 galt Modern Warfare III als Tiefpunkt der Reihe und schaffte es bei Metacritic kaum über die 50-Punkte-Hürde – beim User-Score sogar nur 2,4/10. Zum Glück kann sich ein so harsches Urteil nicht ohne Weiteres über die Musik von Walter Mair und Jack Wall äußern, landet das Spiel doch bei mir auf Platz 1! Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass Modern Warfare III mit seinen ca. 55 Tracks durch die diversen Season-Alben einen unfairen Mengenvorteil hätte. Aber Masse bedeutet nicht zwangsläufig Klasse, obgleich die Wahrscheinlichkeit auf Highlighttracks natürlich steigt.

Davon zähle ich acht Stück, allen voran das streicherschwere Reactor, dessen Fideln in bester A Plague Tale-Manier die Nackenhaare aufrechtstellen. Durch den Zombiemodus kommen in Horror Zone oder The Haunting indes der Fantasy-/Dead Island-Stil durch. Mir persönlich gefällt hier der moderne Anstrich etwas besser, doch das Gesamtpaket ist stimmig und wirkt nicht wie zwei Identitäten, die miteinander ringen, sondern koexistieren können. Vielleicht ist es diese Dualität, die den Score auf die Spitze meines Podestes hebt, ich weiß es nicht. Fakt ist, dass Stand heute die Musik von Modern Warfare III als Sieger der Call of Dutys hervorgeht. Stimmt ihr mir zu oder labere ich Blödsinn? Let me know!

HIGHLIGHTS (8):
  • Reactor
  • Crossroads
  • Oligarch
  • Danger Close
  • Game Changer
  • Spetsnaz
  • Horror Zone
  • The Haunting

Honorable Mentions

HM
SAMMLUNG
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Call of Duty: Modern Warfare II

ENTHALTEN: Call of Duty: Modern Warfare II Warzone, Call of Duty: Modern Warfare II – Season 2
Jason Graves

Call of Duty: Modern Warfare II, der zweite Teil des Serienreboots von 2022, landet in dieser Liste leider nur bei den Honorable Mentions. Das liegt keineswegs an der Qualität der Kompositionen, die Sarah Schachner für das Spiel und Jason Graves für dessen Warzone-Modus komponiert haben, sondern an der des Originals. Das konnte 2009 mit Größen wie Hans Zimmer und Lorne Balfe aufwarten und setzt sich trotz gleicher Anzahl an Toptracks auf Platz 10. Dabei stechen besonders die kurze Siegeshymne Victorious und das dramatische Welcome to Al Mazrah hervor.

HIGHLIGHTS (2):
  • Welcome to Al Mazrah
  • Victorious