Endless Legend
Endlose Entspannung
Welche Ausrede habe ich? Keine eigentlich. Es verhält sich hier vermutlich wie mit Age of Wonders III: Es hat mich einfach nicht gepackt – und das, obwohl ich es sogar mit einem Kumpel im Multiplayer gezockt habe. Schade eigentlich, denn der dazugehörige Soundtrack, um den es im nun folgenden Teil geht, verspricht Qualität.
Der Score
FlybyNo, mit bürgerlichem Namen Arnaud Roy, ist als Haus- und Hofmusiker der Amplitude Studios bestens mit dem Thema Endlosigkeit vertraut, komponierte er doch die Soundtracks für alle Spiele des Entwicklers: Endless Space (2012), Dungeon of the Endless (2014), Endless Space 2 (2017), Endless Dungeon (2023) und eben Endless Legend (2014). Und Humankind (2021) nicht zu vergessen.
Als ausgebildeter Harfenspieler liegt das Metier des Franzosen im Orchestralen, der OST ist dementsprechend klassisch gestaltet. Die mal mehr, mal weniger grandiosen Stücke rangieren in bester CIV-Tradition zwischen beruhigend belanglos und motivierend. Der Fokus auf Streichinstrumente und Percussion gibt Stücken wie GeologyFlybyNo, Arnaud RoyEndless Legend und In Undertones (Broken Lords Prologue)FlybyNo, Arnaud RoyEndless Legend eine aristokratische Note, während sie in Terra AmataFlybyNo, Arnaud RoyEndless Legend dagegen für mediterranes Flair sorgen. SkylarkFlybyNo, Arnaud RoyEndless Legend klingt mit seinem Chor und den Percussions indes ein wenig nach Game of Thrones – nicht das schlechteste Vorbild!

Insgesamt wird schnell deutlich, dass der Score eher die Verwandtschaft zum ‚realen‘ Mittelalter wie bei Crusader Kings 3 sucht, statt der High-Fantasy-Vorstellungen eines Age of Wonders. Fantastische Elemente, wie sie auch beispielsweise in Heroes of Might and Magic oder Total War: Warhammer immer wieder auftauchen, fehlen in Endless Legend. Die einzelnen Stücke des Albums gewinnen hierbei keinen Kreativitätspreis. Die Masse bietet jedoch eine abwechslungsreiche Unterhaltungskulisse, die als angenehme Beschallung fürs entspannte Kampagnenkartenaufdecken absolut maßgeschneidert wirkt.
Und auch abseits dessen kann der Endless Legend-OST über weite Strecken eine fast schon beruhigende Wirkung entfalten. Mit ihren Flöten und Vocals erwecken Stücke wie Wisdom of Dark Ages (Drakken)FlybyNo, Arnaud RoyEndless Legend beinah klischeehafte tibetanische Mönchsmeditationen, während mich das Glockenspiel in From Dawn to DuskFlybyNo, Arnaud Roy, Gary Lawrence SoubrierEndless Legend an die Serie Avatar – Der Herr der Elemente erinnert. Wer dagegen knallharte Kampfmusik sucht, sollte sich The BattleField IIFlybyNo, Arnaud RoyEndless Legend zur Einordnung anhören – krasser wird’s nicht.
Fazit
Arnaud Roy serviert hier eine handwerklich blitzsaubere Wohlfühl-Kulisse, die als tiefenentspannte Begleitmusik deutlich länger überzeugt als meine persönliche Motivation für das eigentliche Spiel.