Overwatch 2

Alte Stärken, neue Schwächen

Fast ein Jahr ist es her, dass Blizzard mit Overwatch 2 die Evolution des fantastischen Heroeshooters von 2016 veröffentlicht hat. Evolution, weil’s im Grunde Overwatch mit ein paar spieltechnischen Anpassungen wie der Reduktion auf 5vs5–Matches oder überarbeitete Heldendesigns war. Was ich in meiner dazugehörigen Review als passionierter Fan damals noch euphorisch als vielversprechendes Fundament bezeichnete, ist mittlerweile zu einem porösen Mauerwerk degeneriert, dem die Spielerschaft unterm Arsch wegbricht – mich eingeschlossen.

Ich möchte hier gar nicht ins Detail gehen und meinem Unmut Luft machen, deshalb sei nur gesagt, dass meine Wertung vom 3. Dezember 2022 heute etwas anders aussehen würde. Stattdessen will ich abklopfen, ob zumindest auf der akustischen Ebene an alte Glanzzeiten angeknüpft werden konnte. Denn immerhin konnten die meisten Blizzard–Spiele im musikalischen Sektor trotz schlechten Standings überzeugen und Overwatch gilt für mich als orchestrales Genusserlebnis.

Der Score

Direkt zu Beginn macht Overwatch 2 mit A New EraAdam Burgess, Mark Petrie4 klar, dass uns kein Stilwechsel ins Haus steht. Erneut fahren Neal Acree gemeinsam mit Adam Burgess und diversen weiteren Komponist*innen ein Musikfeuerwerk ab, dessen 26 Tracks ganz im Zeichen großer Hollywood–Blockbuster stehen. Wieder hören wir dominante Bläser, wummernde Beats und eine Klangkulisse, wie man sie für gewöhnlich bei einem Superheldenfilm Marke Spider-Man: Into the Spider-Verse erwarten würde. Wieder lassen sich die Stücke in verschiedene Cluster aufteilen, in diesem Fall Map- und Event-Themes, kurze und lange Cinematic-Stücke und Sonstiges. Und wieder macht das Zuhören einfach Laune!

https://spieleratgeber-nrw.de/wp-content/uploads/2025/03/overwatch-2_2-1280x720.jpg

Im Grunde kann ich gar nicht so viel Neues erzählen, und das obwohl viele der alten Themes leider nicht erneut auftauchen. We Press onAdam Burgess, Derek Duke, Neal Acree5 ist zwar eine etwas poppigere Version des alten Rally the Heroes, das zu Spielbeginn läuft, abseits dessen macht sich der Soundtrack jedoch frei von den Altlasten des Vorgängers. Das funktioniert mal besser, mal schlechter. Schade, aber irgendwo auch verständlich. Und da die Stücke nach wie vor in Overwatch 2 auftauchen, kommen auch heutige Spieler noch in den Genuss dieser Meisterwerke.

Auch wenn die Musik grundsätzlich der des Vorgängers gleicht, wird deutlich, dass bei Overwatch 2 etwas von Schema des orchestralen Heldenepos abgewichen wurde. Mehr Tempo, mehr Beats, mehr Experimentierfreude. Der Score spiegelt damit auch die spielerische Veränderung wieder, ohne seinen Ursprung zu verleugnen. Mir gefiel – nostalgiegeschuldet – das Original allerdings etwas besser. Insgesamt bleibt der Score damit eine Idee etwas hinter meinen Erwartungen, was aufgrund des Ausrufezeichens, den der OST des Vorgängers darstellte, indes nicht verwundert. Ein Reinhören ist definitiv empfohlen. Ein Reinspielen? Das ist eine andere Geschichte …

01
A New Era
Adam Burgess, Mark Petrie
4 01:56
02
Midtown
Adam Burgess
4 01:57
03
Zero Hour
Adam Burgess, Neal Acree, Sam Cardon
5 07:34
04
Kiriko Origin
Justin Welgraven, Adam Burgess
4 02:56
05
Answering the Call
Adam Burgess
5 02:42
06
Esperança
Edouard Brenneisen
4 02:05
07
Kiriko
Adam Burgess, Justin Welgraven
4 08:06
08
We Press on
Adam Burgess, Derek Duke, Neal Acree
5 03:00
09
Antarctic Penninsula
Jon Everist
4 02:34
10
Colosseo
Adam Burgess
5 01:24
11
Lifeweaver Origin
Richard Jacques
4 02:11
12
Circuit Royal
Adam Burgess
4 01:56
13
Null Sector
Jon Everist, David Arkenstone
4 03:22
14
Junker Queen Origin
Adam Burgess, Adam Gubman
3 01:23
15
Loverwatch
Adam Burgess
4 02:49
16
Shambali Monastery
Adam Burgess
4 02:30
17
New Blood
Adam Burgess
3 03:02
18
Cyber Demon Genji
Adam Burgess
4 02:24
19
Paraíso
Adam Burgess
3 02:45
20
New Queen Street
Adam Burgess
4 01:47
21
Starwatch
Adam Burgess
4 01:30
22
Ramattra Origin
Adam Burgess, David Arkenstone
3 01:32
23
Wrath of the Bride
Jon Everist
5 01:50
24
The Wastelander
Adam Burgess
4 07:18
25
Sojourn Origin
Adam Burgess
4 01:36
26
Flow [Bonus]
Adam Burgess
4 03:16

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert