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Star Wars Jedi: Fallen Order
John ohne Williams Was habe ich mich auf Star Wars Jedi: Fallen Order gefreut, als es angekündigt wurde. Was war ich enttäuscht, als es erstes Gameplay zu sehen gab und was war ich überrascht, als ich beim Spielen durchaus meinen Spaß hatte. Und nach dieser Berg- und Talfahrt kann ich ja fast froh sein, in einem Stadium der Gleichgültigkeit angekommen zu sein, in das mich der Soundtrack von Stephen Barton (Titanfall, Call of Duty 4: Modern Warfare) und Gordy Haab (Star Wars: The Old Republic) versetzt hat. Bei meiner Game-Review zu Fallen Order hatte ich noch die tolle Star Wars-Atmosphäre gelobt und hervorgehoben, wie gut der Stil der Filmmusik von…
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Team Fortress 2
Mit Schirm, Charme und Methode Als Valve, die Schöpfer der Half-Life-Reihe, 2007 die unscheinbare Orange Box mit den 3 Titeln Half-Life 2: Episode 2, Portal und Team Fortress 2 veröffentlichte, ging man davon aus, dass die beiden letztgenannten Games nur schmückendes Beiwerk sein würden. Blickt man heute, 13 Jahre später, auf diese Meilensteine der Videospielgeschichte zurück, verblasst dagegen vielmehr die zweite Episode der Shooter-Reihe um Gordon Freeman und man denkt wehmütig an die Geschichte um die mörderische künstliche Intelligenz GLaDOS und die unzähligen Scharmützel zwischen den Teams RED und BLU zurück. Wie man dem Titel dieser Review bereits entnehmen kann, möchte ich heute über die Musik von Team Fortress 2…
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Sacred
Unwürdige Begleiterscheinung Sacred stammt aus dem Jahr 2004 und ist damit offiziell alt – was nichts Gutes für mich hoffen lässt, stamme ich doch aus 1992. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Games aus der Zeit war Sacred schon damals nicht mehr taufrisch und die Jahre haben dem deutschen Diablo-Klon optisch wirklich nicht gutgetan. Ironischerweise würde ich heute trotzdem lieber wieder den Urvater anstelle der Nachfolger spielen, von denen besonders Teil 3 nur wenige Fans haben sollte. Wer jedoch gutes Hack-and-Slay möchte, ist mit anderen Reihen und vermutlich am besten noch beim Genreprimus Diablo besser aufgehoben. Der Score Dieser Eindruck setzt sich leider auch bei der Musik fort. 17 Tracks…
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Sacred: Underworld
Nicht grottig Ich weiß nicht mehr, ob ich je in die Regionen vorgedrungen bin, die in Underworld dazukamen. Im Grunde ist mir nur im Gedächtnis geblieben, dass mit der Erweiterung die spielbaren Klassen Zwerg und Dämon Einzug ins Game hielten. Wie schon beim Hauptspiel zog sich für mich die Faszination aus dem Koop-Aspekt, und ein Hack and Slay kann man eben nur so lange spielen, wie der Mitspieler Lust hat. Oder, wie in meinem Fall damals, sich nebst mitgebrachtem PC im selben Raum befindet. Schließlich gab es bei meinen Eltern 2005 noch kein Internet und deshalb musste zwangsläufig im LAN gezockt werden. Sei’s drum, vermutlich habe ich eh nicht viel…
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Rome: Total War
(M)Arsch-geile Musik Kein Weg ist lang mit einem guten Freund als Begleiter. Unbekannt So sagt der Volksmund. Der Volksmund sagt auch, dass alle Wege nach Rom führen. Daraus kann man nun schließen, dass man unweigerlich irgendwann in Rom ankommt, und dass es mit einem Freund im Schlepptau sogar noch schneller geht. Man kann aber auch denken, dass der Autor wieder einmal Socken geraucht und auf der Suche nach einem ansprechenden Einstieg Sprichworte gegoogelt hat, bis er irgendetwas fand, das er ansatzweise zu einer kohärenten Einleitung verweben konnte. Diese Deutungsfreiheit obliegt Ihnen, werter Leser, und Ihre Conclusio dürfen Sie gerne in den Kommentaren vermerken oder für Euch behalten. Um aber beim…
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League of Legends
Nostalgie küsst Nervenkitzel Bevor ich mit dieser Review beginne, gibt’s ein paar Dinge zu klären. Zunächst einmal das Offensichtliche: Diese Rezension befasst sich mit dem Soundtrack des Spiels League of Legends, zu dem ich bereits eine Game-Review in Form eines Essays, ja fast schon eines Manifests verfasst habe. Da das Spiel 2009 veröffentlicht wurde und damit seit mittlerweile über 10 Jahren läuft, hat sich über die Zeit eine beachtliche Sammlung an musikalischen Nebenprodukten angesammelt. Zusammengerechnet komme man da auf 310 Tracks (Stand Januar 2020). Aus diesem Grund habe ich versucht, die Musikabschnitte den jeweiligen Seasons zuzuordnen. Auf diese Weise lässt sich schön der Entwicklungsprozess nachvollziehen, von der kleinen, akustischen Kreativschmiede…
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007: Nightfire
(Musikalisches) Kino-Feeling für Agentenfans Was wünschte ich mir manchmal die naive kindliche Freude zurück, die so ziemlich jedes Game erzeugen konnte, einfach weil’s ein neues Spiel war. Dazu gesellt sich noch der Thrill des Verbotenen, wenn auf der Verpackung das „ab 16 Jahren freigegeben“ oder gar das 18-er Logo prangte. Beide Faktoren halfen mir dabei, den Verrat zu verkraften, den 007: Nightfire an meiner jugendlichen Leichtgläubigkeit begangen hatte. Denn das Spiel um den damaligen Bond Pierce Brosnan war eine Lizenzverwurstung, die sich dankenswerter Weise nicht an der Story einer der Filme orientierte – gerade deshalb war sie aber auch besonders leicht zu vergessen. Erschwerend kommt hinzu, dass die PC-Version eine…
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Borderlands 2
Knallige Mucke für Knalltüten-Action Der Lootshooter ist unbestritten ein großartiger Vertreter seiner Zunft. Hier wird die Sammelsucht nach besserem Equipment zur Perfektion getrieben. Gerade im Koop macht das Wetteifern nach den höchsten Schadenszahlen Laune. Das Ballern geht gut von der Hand, die Welt ist herrlich abgedreht und besonders die Charaktere machen die Story recht unterhaltsam. Bei denen sticht neben Oberfiesling Handsome Jacko auch die Sprengstoffspezialistin Tiny Tina hervor. Die ist zwar noch ein Kind, hat aber bereits viel Scheiße erlebt und den fiesen Banditen auf explosive Weise den Kampf angesagt. Wegen der super Vertonung (zumindest im Original) kommen auch die ernsteren Passagen gut zur Geltung, und ein ums andere Mal…
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Borderlands 2: Mr. Torgue’s Campaign of Carnage
Make Amerika Mr. Torgue Again Die Borderlands-Reihe ist bekannt für ihre aberwitzigen und überdrehten Charaktere. Der DLC Mr. Torgue’s Campaign of Carnage dreht sich um den namensgebenden Waffenhersteller Mr. Torgue, dessen Badass-Attitüde, seine Liebe zum Kapitalismus, Monstertrucks und vor allem Waffen – der Begriff „Ballerballer“ passt also wunderbar Was 2012 noch als Persiflage amerikanischer Stereotype galt, trägt heute MAGA-Hüte und wählt Faschisten. Tatsächlich ist Mr. Torgue in dieser Hinsicht deutlich nuancierter als seine realen Ebenbilder, da er trotz seiner Hypermaskulinität als überzeugter Feminist auftritt. Zudem lässt er hin und wieder tiefgründige Gedanken hinter der Fassade durchscheinen und entwickelt später viel Freude am Hobby Pen & Paper, wie die Erweiterung Tiny…
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Borderlands 2: Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep
Würfelpech Zum Abschluss der großen Inhalts-DLCs kommt mit Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep einer der wohl besten DLCs der Videospielgeschichte. Der war sogar so gut, dass er vor kurzem mit Tiny Tina’s Wonderlands seinen eigenen Standalone-Ableger bekam. Auch darin spielen wir eine Pen-&-Paper-Partie der durchgeknallten Sprengstoffexpertin Tiny Tina, die auf ihre Weise die Geschehnisse und das Ende des Hauptspiels Borderlands 2 aufarbeitet. Das war herrlich abgefahren, wirkte aber zu keiner Zeit gezwungen oder bemüht, sondern transportierte das Shooter-Gameplay unterhaltsam ins Fantasy-Szenario. Die Musik diente indes leider eher als schmückendes Beiwerk. Der Score Mit 13 Tracks ist der OST von Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep der umfangreichste der DLC-Riege.…