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Die Sims
Magische Melancholie Über Die Sims, ein Spiel, das zur Jahrtausendwende erschien und ganze Generationen vor die Röhrenbildschirme fesselte, wurde bereits alles gesagt … zumindest inhaltlich. Aber ich bin nicht hier für Inhalt, ich bin hier für Meinung! Und für mich war Die Sims magisch. Nicht nur wegen seines sechsten Addons Hokus Pokus, sondern aufgrund des revolutionären Spielprinzips, das mich das Leben von digitalen Menschen kontrollieren und sie durch alle Höhen und vor allem Tiefen steuern ließ. Wenn man dies wie ich im zarten Alter von acht Jahren tat, bedeutete das für meine Sims meistens eine Existenz vergleichbar mit der eines durchschnittlicher FDP-Wählers, der durch unerlaubte Mittel zu immensem Reichtum gelangt…
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Die Sims: Hokus Pokus
Zauberhafter Rummel Der Jahrmarkt ist in der Stadt! Doch es ist kein gewöhnlicher Rummel, sondern ein Ort voller magischer und mythischer Wesen sowie Monster. In der letzten Erweiterung Die Sims: Hokus Pokus (bzw. Makin‘ Magic im Original) drehte das Entwicklungsstudio Maxis noch mal richtig an der Content-Schraube und brachte unseren Sims das Zaubern bei. Um selbst Zauberern und Hexen zu werden, mussten wir durch ein schwarzes Loch im Boden (nur echt mit Las-Vegas-ähnlichem Neon-Blinkepfeil) in die Stadt der Magie springen – eine komplett neue Nachbarschaft, in die wir sogar ziehen konnten. Das bot sich an, denn wenn unsere Sims außerhalb der Magiestadt zauberten, folgte eine Strafe durch den Mysteriösen Mann.…
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Die Sims: Party ohne Ende
Shuffle-Modus Heutzutage kann man – dem Internet sei Dank – sehr einfach neue Leute via Online-Dating, Freundschafts-Apps oder Social Media kennenlernen. Zur Zeit von Party ohne Ende, im fernen Jahr 2001 – als man gefühlt noch mit mehreren Kilo Plastiksprengstoff verreisen durfte – war das nicht ganz so leicht. Eine der gängigsten Methoden war damals das Feiern; ein Addon nur zu diesem Thema lag für die Lebenssimulation also recht nahe. Tatsächlich war Party ohne Ende (bzw. House Party im Original) eine der schwächeren Erweiterungen, da sie lediglich eine Handvoll neuer Gegenstände lieferte. Das wichtigste Feature waren die Party-Accessoires mit ihren Interaktionsmöglichkeiten. Dazu zählten unter anderem ein Catering-Tisch, eine Tanzfläche, Cocktailbars,…
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Die Sims: Hot Date
Smooth Simsing Wenn alles so läuft, wie die Evolution es vorgesehen hat, folgt auf die Party bekanntlich das erste Date – oder, je nach Spontaneität, das erste Kind. Ähnliche Überlegungen hatten das Entwicklungsteam von Maxis vermutlich auch, weshalb uns Hot Date als erste Erweiterung eine ganz neue Nachbarschaft in Form der Altstadt einführt, um unserem Liebesleben in zahlreichen Bars, Cafés, Restaurants und Diskotheken auf die Sprünge zu helfen. Der Score Bei der musikalischen Begleitung setzt Jerry Martin auf seine Erfahrung als Jazzkomponist. Diese Einflüsse kennen wir zum Teil schon aus dem Hauptspiel (Neighborhood 7), aber auch aus seinem Album zu SimCity 3000 (). Der Hot Date-Soundtrack bekommt durch diese Mischung…
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Die Sims: Tierisch gut drauf
Happy, happy dog Achtung, Wortspiel: Da „unleashed“ im Englischen ‚von der Leine gelassen‘ bedeutet, lag dieser Name für die Haustiererweiterung The Sims: Unleashed nahe. Die Sims: Tierisch gut drauf funktioniert zwar auch, dem Namen fehlt allerdings der gewisse Biss … haha … Egal, machen wir weiter. Wie nach diesem Titel kaum anders zu erwarten war, führte das Addon Haustiere in die Welt der Sims ein. Dabei handelte es sich um Klassiker wie Hunde und Katzen, aber auch um Kleintiere wie Vögel, Hamster oder Fische. Exotischer wurde es hingegen nicht. Der Score Während man sich bei den vorherigen Addons bezüglich der Instrumentierung noch an gängigen Tropen orientieren konnte, gestaltete es sich…
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Banished
Mittelklassiges Mittelalter Hinter dem simplen Namen Banished steckt eine knüppelharte Aufbau- und Wirtschaftssimulation, in der wir die Geschicke eines feudalen Dorfes leiten und konstant abwägen müssen, ob die Bewohner jetzt im Winter nichts zu essen haben oder lieber frieren sollen. Eine Überlebenssimulation wie beispielsweise Frostpunk also, bei der der Spaßfaktor darin besteht, exakte Warenkreisläufe zu etablieren und Arbeitskräfte so zu verteilen, dass eine möglichst hohe Effizienz vorliegt. Ich als jemand, der in jeder Runde Rome: Total War gecheatet hat, um in jedem noch so kleinen Barbarendorf den Zirkus Maximus hochzuziehen und in etwa die strategische Weitsicht eines Labradors besitzt, der vor sich einen umgestürzten Futtersack entdeckt, habe Banished folglich nach…
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Plants vs. Zombies
Kleine Pflanze, große Wirkung Plants vs. Zombies war eine dieser kleinen Perlen, die aus dem Nichts kamen und durch ihr simples Konzept bestachen. Dabei hätte dieser Towerdefense-Klassiker wohl wie viele seiner Artgenossen leicht in Vergessenheit geraten können. Besonders anspruchsvoll war das Spiel nie und mit manchen Strategien ließ sich so ziemlich jede Welle an Zombies abwehren. Nein, der Grund, warum wir heute noch den immerwährenden Kampf zwischen Untoten und den fotosynthetischen Rasenverteidigern auf so gut wie allen Endgeräten erleben dürfen, lässt sich auf eine Eigenschaft runterbrechen: Humor. Das Spiel nimmt sich selbst nicht besonders ernst. Zugegeben, das sollte niemanden überraschen, der die Prämisse, dass Gartenpflanzen gegen Zombies zum Rasenschach antreten,…
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Celeste: Farewell
Madeline, Athen, auf Wiederseh’n Celeste ist nicht leicht. Jedoch gelingt es dem kleinen Indie-Game, seine frustigen Momente durch seine charmante Pixeloptik und die berührende Story erträglich zu machen. Man möchte einfach wissen, wie die Geschichte um Protagonistin Madeline ausgeht und ob sie die Dunkelheit in ihrer Seele bezwingen kann. Dafür quält man sich durch die teils verboten gemeinen Level und freut sich umgekehrt über jeden bewältigten Abschnitt. Wie so häufig gibt es aber auch in Videospielen Masochisten, denen „schwer“ nicht schwer genug ist. Genau für diese Zielgruppe wurde der kostenlose DLC Farewell gebaut. Die Erweiterung zieht den Schwierigkeitsgrad nochmal deutlich an, was, je nach Frustresistenz und Skilllevel, zu einer Spielzeit…
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Celeste
Eine auditive Berg- und Talfahrt Ihr kennt vermutlich alle diese Artsy-Fartsy-Spiele à la Flower, Journey oder Gris, also die mit einer simplen Prämisse und seichtem Gameplay, bei dem das Erlebnis im Vordergrund steht. Genau so ein Spiel ist Celeste nicht, auch wenn es zunächst optisch, wie auch inhaltlich den Anschein erweckt. Pixellook? Check. Eine zerrissene Protagonistin auf der Suche nach sich selbst? Check. Teils sphärischer Soundtrack? Sowas von Check. Aber dann kommen eben noch Plattform-Action mit bockschweren Hüpfpassagen, Timetrials und ein höhnisch spottender Todescounter dazu. Das Ergebnis ist ein Spielerlebnis wie Super Meat Boy gepaart mit der Story eines Child of Light, zu gleichen Teilen nervenaufreibend wie entspannend. Eine kuriose…
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BioShock
Mehr als nur Grusel Hereinspaziert, hereinspaziert! Das haben Sie noch nicht erlebt! Menschen mit den unmöglichsten akrobatischen Verrenkungen und Magier mit gottgleichen Fähigkeiten! Treffen Sie Big Daddy und Little Sister, flanieren Sie über die Shopping-Miles, besuchen Sie die zahllosen Bistros und Geschäfte! Auge in Auge mit der Tiefsee! Tauchen Sie ab in eine fantastische Welt viele Meilen unter dem Meer, wo Sie sein können, wer und was Sie wollen! Besuchen Sie Rapture! So könnte man wohl die Unterwasserwelt der BioShock-Serie bewerben, wenn man ein paar wichtige Details unterschlüge. Denn Rapture, Haupthandlungsort von BioShock und BioShock 2 und geplantes Utopia für die Reichen und Schönen, die sich um 1940 staatlicher Gängelung…