• Teamfight Tactics

    Wechselnde Taktiken Wie heißt es so schön? Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich. Bestes Beispiel dafür dürfte Teamfight Tactics (kurz TFT) sein, ein Autobattler-Spin-off des nach wie vor beliebten MOBAs League of Legends. Wer sich an meine dazugehörige Review erinnert – oder auch nur entfernt etwas von Videospielgeschichte weiß – kennt natürlich den Ursprung des E-Sport-Phänomens LoL. Das basiert auf Blizzards Dota, das wiederum seine Wurzeln in der gleichnamigen Warcraft III-Mod hat. Und genauso wie League of Legends eigentlich auf eine WC3-Mod zurückgeht, wurde auch dort durch eine andere Mod das Genre der Auto-Battler geboren … der Kreis schließt sich. Der Name verrät eigentlich schon den Kern des…

  • Battlefield Hardline

    Untergetaucht Schon Counter-Strike zeigte Anfang des Jahrtausends, dass der Kampf Gut gegen Böse, Polizei gegen Terrorismus, zu vielen unterhaltsamen Stunden in der digitalen Welt führen kann. Doch was hat diesem altgedienten und zeitlosen Spielkonzept bisher gefehlt? Na klar, Fahrzeuge! Wer hat nicht schon auf Dust II gestanden und gedacht: „Jetzt ’n Panzer?“ So scheinbar die Entwickler*innen bei DICE, als sie sich 2013 ein Konzept fürs nächste Battlefield ausdenken mussten. Ein Nachfolger im Stil von BF4 wäre wohl der falsche Schritt gewesen, war das Spiel doch seinem eigenen Vorgänger bereits zu ähnlich. Deshalb entschied man (beziehungsweise Visceral Games) sich dafür, den militärischen Konflikt von Staaten und Bündnissen zu verkleinern und ins…

  • Sanctum 2

    Alter Glanz Auf dieser Webseite beleuchte ich das ganze Spektrum der Videospiele: vom kleinen Erstling zur AAAA-Fortsetzung, von alteingesessenen Profis zu absoluten Anfängern. Die Bandbreite ist riesig und trotzdem gibt es manche Sachen, die gleichbleiben. So beispielsweise, dass ein Nachfolger häufig besser ist als der Vorgänger. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und es gibt durchaus Fälle, in denen die Magie der Initialzündung nicht eingefangen werden konnte oder die späteren Releases von gemischter Qualität sind. Der Ego-Shooter/Tower-Defense-Hybrid Sanctum 2 gehört glücklicherweise zur Regel und kann als Fortsetzung im Schnitt deutlich bessere Wertungen von Fachpresse und Spielerschaft vorweisen. Warum genau es seinem zwei Jahre älteren Vorgänger überlegen sein soll, ist für mich…

  • MindsEye

    Eyes Wide Shut „Ein Fest für die Augen, eine stumpfsinnig schlechte Zeit“ (Gamingbolt). „Eine Katastrophe“ (GameStar). „Guter Ansatz, katastrophale Umsetzung“ (Playfront). Über MindsEye, dem Erstlingswerk von Build A Rocket Boy und selbsternanntem GTA-Killer wurde schon alles gesagt – das Meiste davon war Schlechtes. Der Open-World-Shooter sei ein technisches Desaster, so heißt es. Und dass der Studiochef und ehemaliger Rockstar-North-Produzent Leslie Benzies eine riesige Verschwörung und Reviewsabotage gegen sein Spiel wittert, freut zwar die Klatschpresse, weckt jedoch wenig Vertrauen auf Vernunft und Einsicht. Da ich ungern nachtreten möchte, schwenke ich auf mein Steckenpferd um und verliere ein paar Worte zum Soundtrack. Der wird bei schlechten Spielen gerne mal mitverurteilt und kommt…

  • Rematch

    Rückspiel ohne Rückspiegel Manche Ideen funktionieren, weil sie simpel sind. Nicht umsonst lassen sich die erfolgreichsten Business-Cases (ui, fancy Wörter) auf einen Bierdeckel packen oder während einer Aufzugfahrt, dem sogenannten Elevator-Pitch, erklären. Sachen im Internet suchen: Google. Eine Online-Spieledatenbank mit regelmäßigen Rabattaktionen: Steam. So links sein, dass man rechts wieder herauskommt: Sahra Wagenknecht. Ebenso möglich ist es, sich bereits existierende Ideen zu schnappen und zu erweitern. Im Falle von Rocket League war damals der einfache wie geniale Gedanke: Fußball mit Autos. Was bei TV Total funktionierte, klappte auch am PC hervorragend, sodass sich das Spiel bis heute großer Beliebtheit erfreut. Und dann kann man natürlich auch Konzepte wieder reduzieren. So…

  • Sanctum

    Scheinheilig Wer wie ich noch nie von dem 2011 erschienenen First-Person-Tower-Defense-Shooter gehört hat, hat Metacritic zufolge kaum etwas verpasst. Ein futuristisches Orcs Must Die! ohne dessen Charme und dafür mit mittelmäßiger Grafik und generischen Gegnern? Well, color me surprised! Die verantwortlichen Coffee Stain Studios sollten in ihrer Geschichte zwar mit beliebten Spielen wie dem Goat Simulator oder Satifactory auf Erfolgskurs geraten, Sanctum blieb der Durchbruch allerdings verwehrt. Der Score Kurz in den OST vom Art- und Sound-Director Gustaf Tivander (auch als ‚Gstfs‘ bekannt) geschaut, der auch die Musik für weitere Spiele des Entwicklerstudios schrieb, und festgestellt: Den zwölf Tracks für Sanctum kann man nichts ankreiden. In knapp 50 Minuten exerziert der…

  • Virtua Tennis 2

    Ich glaub‘, ich spin Obwohl ich es nicht gespielt habe, hat mich Virtua Tennis 2 enttäuscht. Denn der Nachfolger vom 1999 erschienenen Virtua Tennis (bzw. Power Smash in Japan und Tennis 2K2 in Nordamerika) bietet zwar neben der Slice-Ability – also einem Schlag mit Rückwärtsdrall – und nun auch Sportlerinnen keinen Modus mit zwei Bällen! Dabei verspricht die Zwei im Titel doch genau das, oder bin nur ich das? Der Score Spaß beiseite, die Tennis-Simulation von 2001 ist wohl im besten Sinne eine Fortsetzung alter Tugenden, was sich leider nicht auf den Soundtrack übertragen lässt. Dieser ist nur als Gamerip der Dreamcast-Version auffindbar und stammt erneut von der Japanerin Chiho…

  • Red Faction

    RAF – Rockige Action-Frequenz Mit Red Faction kommt wieder mal ein kompromissloser Shooter der 2000er Jahre auf meinen Seziertisch. Der stammt von Volition, den späteren Saints Row-Machern und scheint mit einem Metascore von 88 und einer 7.8 beim User Score durchaus vorzeigbar für die PS2-Ära gewesen zu sein. Ich als Nichtkenner sehe natürlich nur eine generische Sci-Fi-Ballerbude auf dem Mars, die in allen Nuancen der Farbe Braun erstrahlt und mich, von einer mittelmäßigen bis schlechten Synchro garniert, an Chaser von 2003 erinnert – das hat übrigens sogar nur 66 Punkte bei Metacritic. Der Score Spiel kann uns also egal sein, kommen wir zum Soundtrack. Untypisch für diese Zeit existiert tatsächlich…

  • Colin McRae Rally 2005

    Ziellinie Mit Colin McRae Rally 2005 erreicht die frühe Phase der Reihe ihren Endpunkt. Musikalisch ist das weniger ein Neuanfang als eine kontrollierte Fortschreibung dessen, was sich zuvor bereits etabliert hatte. Entsprechend überschaubar fällt auch die Auswahl innerhalb der Compilation aus: sechs Tracks, verteilt auf Intro, FMV, Promo-Stück sowie die obligatorischen Win- und Lose-Jingles. Auffällig ist dabei vor allem die Länge der zentralen Stücke. Sowohl das Intro als auch die FMV-Musik liegen in erweiterten Versionen vor und geben dem Score mehr Raum zum Atmen, als es die funktionalen Miniaturen aus CMR 04 noch taten. Die Musik wirkt ruhiger, gesetzter, beinahe reflektierend. Weniger Vorwärtsdrang, mehr Überblick. Stilistisch bleibt Jonathan Colling seinem…

  • Colin McRae Rally 04

    Routine und Variation Mit Colin McRae Rally 04 erreicht die Reihe musikalisch ihren zweitproduktivsten Punkt – zumindest, wenn man den Umfang als Maßstab nimmt. Gleich zwölf Tracks aus diesem Teil finden sich in Jonathan Collings später veröffentlichter Compilation wieder. Die Musik bleibt dem etablierten elektronischen Fundament treu, wirkt jedoch strukturierter und klarer auf einzelne Spielsituationen zugeschnitten. Champion-Jingles, Intro-Stücke, Menü- und Ergebnisbildschirmmusik – CMR 04 denkt seinen Soundtrack erstmals deutlich modular. Vieles ist kurz, prägnant und funktional, manches kaum länger als ein akustischer Marker. Besonders die Champion Jingles fühlen sich weniger wie Musikstücke und mehr wie bestätigende Signale an: „Du hast etwas erreicht, weiter geht’s“. Dazwischen finden sich jedoch auch längere,…