• Grand Theft Auto

    Funken ohne Funken Als am 4. April 1995 die ersten Entwürfe für Race’n’Chase, eine Art Pacman in einem realistischen Städteszenario, auf dem Tisch lagen, dürfte kaum jemand damit gerechnet haben, dass hieraus eines der erfolgreichsten Reihen der Videospielgeschichte entstehen sollte. Grand Theft Auto (oder kurz GTA), wie das Game schlussendlich heißen würde, war neuartig: eine Mischung aus schwarzem Humor und spaßigem Gameplay, das trotz seiner Einfachheit über Stunden fesselte – sagen zumindest Spieler*innen wie Kritiker*innen. Mit einer Altersfreigabe von 16 Jahren war es natürlich weiter von meinen fünfjährigen Fingern entfernt als Thomas Gottschalk von einer wirklich allerletzten Folge Wetten, dass..? Aber ehrlicherweise glaube ich, dass ich auch gar nicht so…

  • Cities: Skylines

    Über den Wolken Aufbaustrategiespiele gibt es ja wie Sand am Meer. Reine Aufbauspiele findet man dagegen eher so häufig wie Frauen im Club. Und pure Aufbausimulationen sind dann die Singles unter ihnen. Will sagen: Cities: Skylines bedient ein sehr (Achtung Gag) dünn besiedeltes Genre, in dem es uns einem SimCity gleich keine Vorgaben macht, sondern uns aus dem Nichts eine blühende Stadt hochziehen lässt. Eine Story und Aufgaben findet man hier nicht, unsere Ziele sind unsere Herausforderungen. Und ganz im Sinne des Kapitalismus lauten diese meistens: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Dass es nicht so einfach ist, eine funktionierende Stadt mit genug Wasser- und Energieversorgung aus dem Boden zu stampfen, in der…

  • Bastion

    Headbang-Beats treffen Lagerfeuerromantik Ich erinnere mich so gut wie gar nicht an Bastion. Nur, dass es ein Action-Brawler aus der Isoperspektive war, mit einem Kampfsystem, das man lernen und in zahlreichen Challenges vertiefen musste, bevor es wirklich Spaß gemacht hat. Man konnte entscheiden, welche Gebäude man auf seiner fliegenden Insel bauen wollte und dann war da noch irgendein Storytwist am Ende, irgendein Verrat – das wars. Und natürlich, dass es meines Wissens nach eines der ersten Indiegames war, das ich bewusst gekauft habe, weil in einem Test explizit der gute Soundtrack hervorgehoben wurde. Schon damals ein Kaufgrund für mich, war es doch noch die Anfangsphase meines Hobbys und ich hatte…

  • Borderlands 2

    Knallige Mucke für Knalltüten-Action Der Lootshooter ist unbestritten ein großartiger Vertreter seiner Zunft. Hier wird die Sammelsucht nach besserem Equipment zur Perfektion getrieben. Gerade im Koop macht das Wetteifern nach den höchsten Schadenszahlen Laune. Das Ballern geht gut von der Hand, die Welt ist herrlich abgedreht und besonders die Charaktere machen die Story recht unterhaltsam. Bei denen sticht neben Oberfiesling Handsome Jacko auch die Sprengstoffspezialistin Tiny Tina hervor. Die ist zwar noch ein Kind, hat aber bereits viel Scheiße erlebt und den fiesen Banditen auf explosive Weise den Kampf angesagt. Wegen der super Vertonung (zumindest im Original) kommen auch die ernsteren Passagen gut zur Geltung, und ein ums andere Mal…

  • Borderlands 2: Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep

    Würfelpech Zum Abschluss der großen Inhalts-DLCs kommt mit Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep einer der wohl besten DLCs der Videospielgeschichte. Der war sogar so gut, dass er vor kurzem mit Tiny Tina’s Wonderlands seinen eigenen Standalone-Ableger bekam. Auch darin spielen wir eine Pen-&-Paper-Partie der durchgeknallten Sprengstoffexpertin Tiny Tina, die auf ihre Weise die Geschehnisse und das Ende des Hauptspiels Borderlands 2 aufarbeitet. Das war herrlich abgefahren, wirkte aber zu keiner Zeit gezwungen oder bemüht, sondern transportierte das Shooter-Gameplay unterhaltsam ins Fantasy-Szenario. Die Musik diente indes leider eher als schmückendes Beiwerk. Der Score Mit 13 Tracks ist der OST von Tiny Tina’s Assault on Dragon Keep der umfangreichste der DLC-Riege.…

  • Borderlands 2: Mr. Torgue’s Campaign of Carnage

    Make Amerika Mr. Torgue Again Die Borderlands-Reihe ist bekannt für ihre aberwitzigen und überdrehten Charaktere. Der DLC Mr. Torgue’s Campaign of Carnage dreht sich um den namensgebenden Waffenhersteller Mr. Torgue, dessen Badass-Attitüde, seine Liebe zum Kapitalismus, Monstertrucks und vor allem Waffen – der Begriff „Ballerballer“ passt also wunderbar Was 2012 noch als Persiflage amerikanischer Stereotype galt, trägt heute MAGA-Hüte und wählt Faschisten. Tatsächlich ist Mr. Torgue in dieser Hinsicht deutlich nuancierter als seine realen Ebenbilder, da er trotz seiner Hypermaskulinität als überzeugter Feminist auftritt. Zudem lässt er hin und wieder tiefgründige Gedanken hinter der Fassade durchscheinen und entwickelt später viel Freude am Hobby Pen & Paper, wie die Erweiterung Tiny…

  • Borderlands 2: Commander Lilith and the Fight for Sanctuary

    Abschluss vom Abschuss Und zum Abschluss der letzte DLC, von dem ich mit Sicherheit sagen kann, dass ich ihn nicht gespielt habe. Schließlich erschien der erst 2019, also ganze fünf Jahre nach dem letzten Inhaltsupdate und sieben nach dem Hauptspiel und sollte als Brücke zwischen Teil 2 und Teil 3 dienen. Da ich aber gerade Borderlands 3 spiele und Sanctuary, die fliegende Stadt aus Borderlands 2, jetzt scheinbar ein Raumschiff ist, gehe ich davon aus, dass dieses Detail unter anderem in Commander Lilith and the Fight for Sanctuary erklärt wird. Der Score Kommen wir also final zum Soundtrack, der mit 16 Tracks ungefähr so umfangreich ist wie die Headhunter Packs…

  • Borderlands 2: Sir Hammerlock’s Big Game Hunt

    Erfolglose Jagd Der inhaltlich schwächste DLC dreht sich um den britischen Großwildjäger Sir Hammerlock, den wir ebenfalls bereits aus dem Hauptspiel kennen. Wir begleiten den Briten bei seiner Jagd in ein Sumpfgebiet mit neuen Gegnern und einem Sumpfboot als frischem Fortbewegungsmittel. Die Missionen sind kurz, die Welt exotisch wie unspektakulär und der Schwierigkeitsgrad hoch. Die Erweiterung ist damit nur etwas für echte Fans. Der Score Mit gerade einmal zwei Tracks fürs Album hat auch Komponist Cris Velasco abgerüstet. Hunter’s Grotto (Ambience)Cris VelascoBorderlands 2: Sir Hammerlock’s Big Game Hunt3 ist – wenig überraschend – ruhiger und besticht durch den Einsatz des Didgeridoos. Das sorgt in Kombination mit dem Banjo für typisch…

  • Borderlands 2: Captain Scarlett and Her Pirate’s Booty

    Bootymissions Wer bei einem Piratensetting an tropische Inseln und Seeschlachten gedacht hat, guckt beim DLC Captain Scarlett and Her Pirate’s Booty ein wenig ins Fernglas. Der Schauplatz dieser Erweiterung liegt in einer größtenteils ausgetrockneten Wüstenregion, weshalb uns vorrangig Sandwürmer und anderes Ödland-Gekröse begegnen. Dort treffen wir Captain Scarlett, die uns bei der Suche nach einem verlorenen Schatz um Hilfe bittet. Passend zum schwarzen Humor der Reihe können wir uns sicher sein, dass sie uns am Ende hintergehen wird. Warum? Es steht in ihrer Charaktervorstellung! Das Wortspiel im Titel bezüglich ihres Gesäßes ist derweil eine Irreführung. Wirklich bemerkenswert ist dieses jedenfalls nicht – also habe ich gehört. Insgesamt war das Addon…