Eternal Darkness: Sanity’s Requiem

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Eternal Darkness: Sanity’s Requiem

Komponist*in: Steve Henifin

1,5 / 5
20. Juni 2026

Schatten der Verdammung

Ich verrate euch ein kleines Geheimnis: Manchmal bin ich faul. Ja, das mag schockieren. Mattis und unproduktiv? Wie soll das denn funktionieren? Tatsächlich hatte meine längere Schreibpause nichts mit Faulheit zu tun, sondern war im Gegenteil dem Umstand geschuldet, dass mehrere andere Baustellen meine Aufmerksamkeit verlangten. Allen voran die Arbeit, die mich in den vergangenen Wochen nicht nur zeitlich, sondern auch emotional gefordert hat.

Aber auch die Vorbereitung einer Pen-and-Paper-Kampagne war alles andere als erholsam, zumal diese Aufgabe Hand in Hand mit der Etablierung eines neuen Notizablagesystems via Obsidian ging. Darunter litten nicht nur meine literarischen, sondern auch meine sportlichen Aktivitäten. Immerhin hatten die vergangenen Wochen auch etwas Gutes. Meine Freundin Susi hat mir ein PnP-Abenteuer geschrieben, nach dessen Abschluss sie plötzlich meine Verlobte war – und auf einmal wirkt die ganze Arbeit wieder relativ.

Was hat das Ganze nun mit Faulheit zu tun? Dazu müssen wir uns kurz meinen Auswahlprozess für Alben anschauen, über die ich eine Rezension verfassen möchte. Der sieht ungefähr so aus: Kenne ich das Spiel und habe Bock auf die Musik, wird es eine längere Nummer. Kenne ich das Spiel nicht, mag aber den Soundtrack, geht es schneller. Option drei und damit die schnellste Variante sind Reviews zu Scores, bei denen ich das Spiel nicht kenne und das Album nicht wirklich hörenswert ist. Durch das Zufallsprinzip bin ich dabei auf Eternal Darkness: Sanity‘s Requiem gestoßen, das genau diese Checkboxen abhakt.

Zum Spiel selbst kann ich entsprechend wenig sagen. Glaubt man dem Internet und diversen Toplisten über Videospiele der 2000er Jahre, handelt es sich um eines der besseren Spiele der Dekade, das allerdings vor allem bei Kritiker:innen punkten konnte. Hätte ich damals eine GameCube haben dürfen, wäre Eternal Darkness aber trotzdem nicht in meinem Spielesortiment gelandet, denn es zieht seine Inspiration aus dem 1996 vom gleichen Studio produzierten, düster-blutigen Legacy of Kain-Reihe. In bester Zelda-Manier kämpfen sich die spielbaren Charaktere durch unterschiedliche Epochen und versuchen, eine böse Macht aufzuhalten, die die Menschheit versklaven will. Dieser Mix aus Horror und Adventure kam bei der Presse gut an, der kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus.

Der Soundtrack

Die Musik wurde vom 2019 verstorbenen Komponisten Steve Henifin geschrieben, der durch seine Arbeit an Metal Gear Solid: The Twin Snakes sowie Metal Gear Solid V: Ground Zeroes und The Phantom Pain Bekanntheit erlangte. Dass er auch die Musik zum Vorbild Blood Omen: Legacy of Kain komponierte, wird dagegen selten erwähnt. Die war 1996 eher im Okay-Bereich verortet und ist ironischerweise im direkten Vergleich mit Eternal Darkness weniger gruselig. Sucht man Informationen zum Score, trifft man im Internet auf Aussagen, Henifin werde „von den Fans weithin […] für seine stimmungsvolle und atmosphärische Arbeit an diesem von der Kritik bejubelten Horrortitel [gefeiert]“.

Mir liegt nichts ferner, als eine gegenteilige Meinung allein um der Widerrede willen zu vertreten und damit gleichzeitig schlecht über die Arbeit eines Verstorbenen zu sprechen. Deshalb beschränke ich mich darauf, zu sagen, dass der 14-teilige Original Soundtrack nichts für mich ist. Als Begründung könnte ich unterschiedliche Faktoren anführen, von denen die Tatsache, dass ich das Spiel nicht gespielt habe, wohl der ausschlaggebendste sein dürfte.

Hinzu kommt, dass gerade die Musik von Horrorgames in den seltensten Fällen losgelöst vom Spiel funktioniert – Gruselatmo ist eben kein guter Alleinunterhalter. Für mich bleibt es eine zentrale Eigenschaft eines musikalischen Meisterwerks, dass es mich unterhält. Insofern hat Horrorspielmusik bei mir immer einen schweren Stand – zusätzlich zu dem Umstand, dass ich keine Horrorspiele anfasse. Einen Nostalgiebonus gibt’s also auch nicht. Aus diesem Grund kann ich nicht immer nachvollziehen, wie Kritiker:innen manche Alben als Meisterwerke bezeichnen können. Atmosphärisch hervorragend gemacht, erzeugen solche Scores eine Dichte, die ihresgleichen sucht und das Spiel bravourös begleitet – aber ohne das Spiel bleibt davon für mich oft zu wenig übrig.

Nach diesem kurzen Exkurs zurück zu Eternal Darkness und dessen Musik, die viele Merkmale eines Spiels der frühen 2000er vereint: Soundsamples von der Stange und Tracks mit integrierten Effekten wie Dschungelgeräuschen (Snake PrincessSteve HenifinEternal Darkness: Sanity’s Requiem2) oder Voice-Over-Intros vermitteln das Gefühl, dass dieses Album primär im Spiel erlebt werden soll. Eine naheliegende Vermutung, schließlich war Musik in dieser Epoche der Videospielgeschichte eher Abfall- als Soloprodukt.

Trotzdem gibt es ein paar Stücke wie das actionreiche A War to End All WarsSteve HenifinEternal Darkness: Sanity’s Requiem3, das mystische Ashes to AshesSteve HenifinEternal Darkness: Sanity’s Requiem3 und den Techno-Mix Gateway to DestinySteve HenifinEternal Darkness: Sanity’s Requiem3, bei denen ich meine Kritik zumindest teilweise zurückstellen konnte. Ein weiterer Track, den ich erwähnen möchte und der völlig konträr zu dem steht, was ich gerade noch kritisiert habe, ist das Voice-Over am Ende von Sanity‘s RequiemSteve HenifinEternal Darkness: Sanity’s Requiem2 – da gibt der Sprecher wirklich alles.

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Fazit

Als Nicht-Fan und Nicht-Spieler von Eternal Darkness rangieren die Tracks des Albums bei mir im unteren Bereich. Zockende mit nostalgischem Blick zurück auf die frühe 2000er-Ära könnten sich vielleicht an den typischen Klängen jener Zeit ergötzen; ich bevorzuge den weniger horrorartigen Anstrich des Vorbilds Blood Omen: Legacy of Kain.

01
The Last Hope
Steve Henifin
2 01:00
02
The Chosen
Steve Henifin
2 04:50
03
Snake Princess
Steve Henifin
2 04:28
04
The Gift of Forever
Steve Henifin
3 06:33
05
Ram Dao
Steve Henifin
2 02:27
06
Black Rose
Steve Henifin
3 04:18
07
Sanity's Requiem
Steve Henifin
2 03:15
08
A Journey Into Darkness
Steve Henifin
2 01:37
09
The Penitent
Steve Henifin
1 04:08
10
The Somme
Steve Henifin
2 02:11
11
A War to End All Wars
Steve Henifin
3 01:34
12
Ashes to Ashes
Steve Henifin
3 03:31
13
Gateway to Destiny
Steve Henifin
3 05:06
14
A Purpose
Steve Henifin
2 04:16

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