Stubbs the Zombie in Rebel Without a Pulse

Cover

Stubbs the Zombie in Rebel Without a Pulse

Komponist*in: Michael Salvatori

3,0 / 5
Nostalgiebonus

Ruhepuls

Videospiele sind für viele Zockende die immersivere Art des Films. Wir betreten andere Welten, erleben Geschichten, indem und in denen wir selbst spielen. Wie beim Film gibt es dabei den Mainstream, also das, was jeder kennt, und die kleineren Streifen. Produkte, die unter dem Radar fliegen. Stubbs the Zombie in Rebel Without a Pulse landet irgendwo dazwischen. Ein Game, das trotz seiner Einzigartigkeit vermutlich nur ein ausgewählter Kreis an Personen gespielt hat, aber vielen wegen seines ikonischen Looks und seiner Prämisse bekannt vorkommen dürfte.

Das Spiel erschien ursprünglich 2005 und wird auf Wikipedia als „reverse horror action-adventure“ beschrieben, also ein Spiel, in dem wir selbst der Horror sind, der die Spielwelt terrorisiert. Dies tun wir in Form des namensgebenden Stubbs the Zombie, der in einer retrofuturistischen Stadt von den Verstorbenen aufersteht und, komplett mit Streifenanzug und Fedora, Menschen in Untote verwandelt.

Das klingt an sich nach einer interessanten Prämisse. 2021 bekam Stubbs sogar ein Remaster spendiert, das ich – der Epic-Games-Gratisspielaktion sei Dank – vor ca. zwei Jahren auch ausprobiert habe. Mehr als fünf Stunden dürfe ich dabei nicht gezockt haben, denn trotz des schwarzhumorigen Rollentauschs empfand ich das Spiel als sehr veraltet und … langweilig. Über das dritte Level bin ich nicht hinausgekommen. Bezüglich der spielerischen Qualitäten sollte man sich also an zeitgenössische Reviews halten, ich kann Stubbs leider nicht empfehlen.

Der Score

Was ich dagegen begrüße, ist die Veröffentlichung des dazugehörigen Scores als Original Soundtrack. Ganz im Sinne des Stils des Spiels, das eine Zukunftsversion Amerikas der 50er und 60er Jahre abbildet, liefert uns das Album zwar keines der Ingame-Tracks von Michael Salvatori, sondern 13 Stücke aus jener Zeit, jedoch neu intoniert von bekannten wie unbekannten Alternative-Bands: So wird der 1958er Evergreen Lollipop von The Chordettes in dieser Version vom Indie-Rocker Ben Kweller gesungen. Für Earth Angel (The Penguins) gibt sich dagegen die Rockgruppe Death Cab for Cutie die Ehre.

Andere erwähnenswerte Bands sind Cake (Strangers in the Night von Frank Sinatra), The Flaming Lips (If I Only Had a Brain aus Der Zauberer von Oz), The Dandy Warhols (All I Have to Do Is Dream von The Everly Brothers), The Raveonettes (My Boyfriend’s Back von The Angels) und Phantom Planet (The Living Dead, speziell für den OST). Wie bei den meisten Musik-Alben gilt hier das Gebot des persönlichen Geschmacks, weshalb ich weniger wertend sein möchte.

Ein Euphorielevel wie das auf der Steam-Produktseite kann ich derweil nur mit Marketingbrille nachvollziehen:

Keine DJ-Sammlung ist komplett ohne den offiziellen Soundtrack von Stubbs the Zombie! Mit modernen Versionen von allseits beliebten Klassikern bringst du selbst die langweiligste Party zum Kochen.

Wenn mit „zum Kochen bringen“ ein geselliges, spätabendliches Gruppenköcheln gemeint ist, würde ich mitgehen. Die Tracks sind wertig, allerdings keine Meilensteine der Musikgeschichte. Da ich persönlich kein Fan von Covern bin, verbleibe ich mit dem allseits beliebten wie nichtssagenden Urteil: Kann man machen, muss man aber nicht.

01
Lollipop
Ben Kweller
3 02:15
02
My Boyfriend's Back
The Raveonettes
4 02:38
03
Earth Angel
Death Cab for Cutie
4 03:16
04
Shakin' All Over
Rose Hill Drive
4 02:52
05
Strangers in the Night
Cake
3 02:51
06
There Goes My Baby
The Walkmen
3 02:16
07
Everyday
Rogue Wave
4 03:40
08
All I Have to Do Is Dream
The Dandy Warhols
3 02:39
09
Mr. Sandman
Oranger
3 03:02
10
If I Only Had a Brain
The Flaming Lips
3 02:16
11
Tears on My Pillow
Clem Snide
4 04:01
12
Lonesome Town
Milton Mapes
4 03:07
13
The Living Dead
Phantom Planet
4 03:26

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